Fabian Hansmann

Here I will blog a little about Entrepreneurship etc.

14 herausragende SaaS-Resourcen

Seit einigen Jahren spricht alle Welt von SaaS (Software as a Service). Wirklich gute Quellen mit harten Fakten und Best Practices aber sind knapp. Und das Thema wird in den kommenden Jahren noch wichtiger werden.

Technologische Themen (Sprachen, Frameworks oder auch Billing-Anbieter) lasse ich hier mal außen vor und nenne nur Quellen zu Strategie, Marketing, Sales und Finanzen.

Zur Definition: ich verwende den Begriff SaaS nicht synonym zu Cloud. SaaS bedeutet für mich:

  • Komplette Applikation (also nicht Infrastructure as a Service oder Plattform as a Service; also kein Hosting, keine Amazon Services etc.)
  • Browserbasiert
  • Multi-Tenant (aber keine Virtualisierung a la VMware, Citrix etc.)
  • Keine Perpetual License (es muss aber kein Abo-Modell sein, sondern z.B. auch transaktionsbasiert)
  • Egal ob B2C oder B2B

In meinem Portfolio sind mittlerweile mehrere Dienste, die in diese Kategorie fallen:

  • Elefile: ein Dienst von Steganos zum Versenden von großen Dateien
  • Stealth: ein Marktplatz für Mitarbeitervorteile (derzeit in noch im Stealth-Modus)
  • Swabr: eine Mircoblogging-Plattform für Unternehmen
  • Talentory: ein Marktplatz und Vendor Management System im HR-Bereich

In den letzten Jahren habe ich einige Quellen gesammelt, die ich richtig gut finde. Diese möchte ich hier gerne auflisten.

Strategie

  • Getting SaaS savvy - successful investing in on-demand: schon 2007 von Goldman Sachs herausgegeben. Richtig gut finde ich die SaaS Scorecard, die beschreibt, welche Anwendungen für SaaS prädestiniert sind.
  • SaaS Sales Model and Organizational Strategy (2012) von Joel York. Gute Überlegungen, welche Vertriebskanäle bei welcher Produktkomplexität und welchem Kundenlebenswert abbildbar ist.
  • 10 Regeln hat Bessemer Venture Partners in 2010 identifiziert, denen erfolgreiche SaaS-Unternehmen meistens folgen.
  • Classical Freemium Doesn’t Exist at Scale: Lincoln Murphy räumt mit einigen Vorurteilen auf. U.a., dass es sich bei Freemium um ein Geschäftsmodell handelt (eher ist es ein Marketing-Instrument), oder dass klassisches Freemium auf dem Vormarsch wäre.
  • The 7 Types of Freemium ist ein absolutes Must Read. Freemium ist nicht gleich Freemium. Der Artikel beschreibt die verbreiteten Varianten. U.a. auch das derzeit populäre Modell Land & Expand, welches von vielen erfolgreichen SaaS-Unternehmen eingesetzt wird. 

Marketing & Sales

KPIs

Business Plan Templates

  • Financial Planning for SaaS planning von Christoph Janz: Christoph von Point Nine Capital ist an mehreren SaaS-Unternehmen beteiligt und spricht aus Erfahrung. Das knappe Framework beinhalten eine P&L, die aus Annahmen wie SignUps und Konversionsrate resultiert. Der Plan ist auch als Google-Dokument verfügbar.
  • Financial Dashboard for Software Startups von Numbers for Startups ist ein umfangreiches Template für SaaS-Unternehmen. Das Framework dürfte für viele zu umfangreich sein. Eine Vielzahl von Parametern (Preis, Churnrate, Launches, Viralität u.v.a.m.) führen zu P&L, Cash-Flow-Statements, Finanzierungsbedarf etc. Die Excel-Dateien gibt es für ab 14,95 USD.
  • SaaS Economics: Understanding the “SaaS Cash Flow Trough”: spezifische Analyse für SaaS-Modelle, die eine Sales-Force benötigen. Es wird genau aufgezeigt, wie sich vorab Zahlung (statt monatlich) oder Churn-Rate auf die Cash-Flows und das Wachstum auswirken. Das beste: es gibt ein ausführliches Excel-Model kostenlos dazu.

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Große Dateien verschicken

Steganos hat einen neuen Dienst gelauncht. Es handelt sich um den momentan noch kostenfreien Service Elefile.

Mit Elefile kann man alle Arten von Dateien hochladen, um sie sicher und zuverlässig an einen Empfänger zu übermitteln. Der Dienst wurde in Deutschland entwickelt, was bei den aktuellen Skandalen zum Beispiel bezüglich der iCloud vielen Nutzern wichtig sein dürfte. Zur Verschlüsselung wird der sichere AES-Algorithmus eingesetzt.

Wer also große Dateien versenden will, sollte einen Blick auf Elefile werfen.

Die Auswahl des richtigen VC

Zeit für meinen zweiten Post 

Regelmäßig werde ich gefragt, wie man Investoren auswählen sollte. Dazu ein paar Gedanken.

Natürlich muss ein Investor von Region, Sektor, Phase und Volumen her erst mal zu den Anforderungen her passen. Außerdem sollte man prüfen, ob der Investor im Moment überhaupt in neue Unternehmen investiert. Spricht man zu viele oder die falschen Investoren an, verschwendet man nicht nur Zeit, sondern nimmt dem Deal auch die nötige Exklusivität.

Wie aber entscheidet man sich, wenn man mehrere Angebote vorliegen hat? Klassischer Weise schauen Erstgründer auf Unternehmensbewertung und „Smart Money“.

Wer mehrfach Risikokapital aufgenommen hat, hat üblicherweise eine etwas differenziertere Sichtweise auf das Thema.

Hier einige Learnings:

  •  Smart Money: Meistens überwertet. Investoren sind kostenlose Sparringpartner, können Glaubwürdigkeit gegenüber weiteren Investoren mitbringen und können Intros machen. Die meisten Erstgründer erwarten sich hier aber zu viel und sind in der Regel enttäuscht.
  •  Bewertung: Natürlich wichtig. Um Bewertungen aber effektiv vergleichen zu können, muss man auch andere Parameter einbeziehen. Insbesondere Liquidations-Präferenzen, Milestone-Regelungen und Vestingklauseln sind für Gründer wichtige Themen. Komplizierter wird es natürlich bei Wandeldarlehen etc.
  • Volumen: Die Serienunternehmer nehmen lieber mehr als weniger Kapital auf. Alleine die Verhandlungen mit weiteren Investoren sind sehr zeitaufwendig und rauben Zeit, die zum Unternehmensaufbau nötig ist.
  •  Anzahl Investoren: Mehrere Investoren in einer Runde können Sinn machen. Nach Möglichkeit aber nicht mehr zwei oder drei. Bei Angel-Runden ist das natürlich nicht unbedingt möglich. Dann sollte man über Stimmrechts-Pooling nachdenken.
  • Tiefe Taschen: Ein großes Plus ist, wenn der Investor bei weiteren Runden nachlegen kann. Das sollte defintiv Pluspunkte bei der Auswahl geben.
  • Strategen: Der Mehrwert von strategischen Investoren wird meistens überbewertet. Gleichzeitig kann man sich zum Beispiel Exit-Möglichkeiten verbauen.
  • Die Regel „Never invest in your own vision!“ haben leider nicht alle Investoren verinnerlicht. Stell sicher, dass sich die Vision des Investors mit Deiner deckt. Und das wird nur der Fall sein, wenn der Investor Dein Geschäft genau versteht.
  •  Fairness: Tipp: Referenzgespräche mit den Gründern von Portfoliounternehmern des VCs, die nicht gut liefen.  Wie verhielten sich Investoren in dieser Situation?

Wie bewertet man ein StartUp?

Da ich kürzlich zum 100x Mal gefragt wurde, wie StartUps üblicher Weise bewertet werden, wollte ich das mal runter schreiben, um in Zukunft einfach darauf verweisen zu können ;)

Natürlich gilt auch hier: Bullshit in, Bullshot out. Wenn z.B. der Business Plan Dimensionen daneben liegt, funktionieren auch Bewertungsmodell nicht. Es ist aber eine gute Plausibilisierung - z.B. um zu prüfen, ob ein Modell überhaupt für VCs in Frage kommt. 

Erstmal gilt: es gibt viele Methoden, um Firmen zu bewerten. 

Z.B.:

  • Discounted Cash Flow (DCF)
  • Multiple-Bewertung auf ein aktuelles Multiple (also zum Zeitpunkt des Exits)
  • Und natürlich die Yacht-Methode (solange man nach dem Exit eine Yacht hat, war die Bewertung gut ;)

Nach meiner Erfahrung als Gründer, Angel und in geringerem Maße auch Berater von VCs, ist der folgende Ansatz meiner Meinung nach für StartUps bei den ersten Runden am pragmatischsten.

  1. Wähle einen Zeithorizont bis zum Exit (von der Seedrunde z.B. 5 Jahre).
  2. Wähle einen Wert-Treiber, mit dem Du die Firma in der Zukunft bewerten möchtest (EBIT wäre natürlich super, allerdings verändern sich die Gewinne zu diesem Zeitpunkt noch schnell; Umsatz könnte passen; notfalls müssen Nutzerzahlen o.ä. herhalten, was natürlich besonders strittig sein kann)
  3. Bestimme ein Multiple, das mit dem Treiber multipliziert wird, um den Firmenwert in der Zukunft zu bestimmen. Das ist eine Kunst für sich, da das Multiple sich auf ein vergleichbares Unternehmen beziehen sollte. Da wirklich vergleichbare Firmen aber wahrscheinlich noch nicht an der Börse sind bzw. noch nicht via Trade-Sale veräußert wurden, wird man hier Kompromisse eingehen müssen.

Beispiel: In 5 Jahren soll Deine Firma 40 Millionen Euro Umsatz machen. Eine Firma in der gleichen Branche mit ähnlichen Margen und ähnlichem Wachstum wurde für den 3-fachen Umsatz des letzten Jahres verkauft und eine weitere für den 5-fachen. Im Durchschnitt also den 4-fachen. Die Firma wird also - wenn Sie sich gut entwickelt - in 5 Jahren einen Wert von 160 Millionen Euro haben. 

Jetzt muss man von dem zukünftigen Wert auf den aktuellen Wert der Firma schließen. Dafür muss man folgende Schritte vornehmen.

  1. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Firma ihren Plan (nicht Worst-Case, nicht Best-Case, sondern den Standard-Plan) erfüllt? Bei einer A Round vielleicht 10%? Bei einer B Round vielleicht 25%? Nehmen wir hier 10% an.
  2. Welche Verzinsung nimmt der VC an? 20% sollten realistisch sein. Die von VCs manchmal kommunizierten 60% o.ä. sind nicht die erwartete durchschnittliche Rendite, sondern eher die für die Erfolgsfälle. Nehmen wir 20% für unser Beispiel.
  3. Die Verwässerung (Dilution) bis zum Exit. Es bleibt praktisch nie bei einer Finanzierungsrunde. Nach einer Seed-Runde ist es eher konservativ, eine Verwässerung von 50% bis zum Exit anzunehmen. Auch Stock-Options können hier einbezogen werden. Hier nehmen wir im Beispiel 50% an.

Die Berechnung der aktuellen Bewertung beträgt also:

(Zukünftige Bewertung * Erfolgswahrscheinlichkeit * 100%-Dilution) / (100%+Verzinsung)^Jahre_bis_Exit

= 140 * 10% * 50% / 1,2^5 = 2,81 Millionen Euro.

Diese Bewertung entspricht der post-money-Bewertung der aktuellen Runde. Das ist wichtig, da sonst die Verwässerung noch höher sein müsste.

Wenn ein Unternehmen also in dieser Runde z.B. 500.000 Euro aufnehmen möchte, wären das 0,5 / 2,81 = 17,8%, die an den Investor gehen müssten

In Stammkapital hieße das bei einem Stammkapital von 25.000 Euro vor der Finanzierungsrunde, dass der Investor 

(25.000 / (100%-17,8%)) - 25.000 = 5413,6253 Euro des Stammkapitals durch Kapitalerhöhung. Der Betrag muss natürlich auf das Stammkapital gerundet werden.

Rechte wie Liquidationspräferenzen, Verwässerungsschutz etc. würden natürlich eigentlich eine höhere Bewertung rechtfertigen. Allerdings macht der Markt die Preise ;)

Zum Thema Multiples gibt es einige hilfreiche Quellen. Für börsennotierte Firmen z.B. alle möglichen Finanzportale. 

Darüber hinaus sind z.B. Reports von verschiedenen Investment Banken, der Software Equity Group oder Valmetrics

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